Besteckgeschichte: Den Löffel abgeben

Im Mittelalter und der frühen Neuzeit war der Löffel überlebenswichtig. Denn nur mit eigenem Löffel konnte mitgegessen werden. Kunstvoll geschnitzt und mit Verzierungen und Inschriften versehen, wurden sie später teilweise als kostbarer Besitz in der Familie weitervererbt. Die Bedeutung des Sprichworts liegt somit nahe: Wer „den Löffel abgibt“, stirbt.

Vom Überlebens- zum Alltagsgegenstand

Heutzutage ist der Löffel als Alltagsgegenstand in verschiedenen Variationen zu finden. Als Eier-, Espresso-, oder Eislöffel ist er stets unseren Bedürfnissen angepasst. Da wundert es kaum, dass seine Erfindung bis in die Altsteinzeit zurückgeht.

Der menschlichen Hand nachempfunden, wurde der Löffel damals noch aus Knochen oder Holz geschnitzt. Die Laffe, in seiner eigentlichen Bedeutung Lippe, entsprach der Hand, der Löffelstiel hingegen dem Arm. Im Laufe der Zeit veränderte sich zwar das Material, die Form aber blieb.

Vielfalt an Material

In der Jungsteinzeit noch aus Ton geformt, etablierte sich im 15. Jahrhundert allmählich der Löffel aus Metall. Die metallverarbeitende Industrie machte es möglich. 40 Löffel pro Tag konnten gerade mal in sogenannten Löffelmachereien geschmiedet werden. Erst drei Jahrhunderte später vereinfachte sich die Produktion durch die Verwendung von Blei. Bis ins 19. Jahrhundert genoss der Löffel eine enorme Bedeutung. In Mitteleuropa galt er als wichtigstes Esswerkzeug – bis schließlich die Gabel fester Bestandteil des Bestecks wurde.

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